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Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Lehre

Für ungewöhnliche Wege in der Lehre und Aus­bil­dung ist Prof. Bernd Künne bekannt: Aus­zu­bil­den­de gehen in Vorlesungen, Stu­die­ren­de mit ungewöhnlichen Biographien pro­mo­vieren bei dem Studiendekan der Fakultät Maschinen­bau im Fachgebiet Maschinen­ele­mente, um nur zwei Beispiele zu nennen. Für neue Elemente in der Lehre war Künne schon immer offen.

Herr Professor Künne, wie digital sind Sie und Ihre Studierenden schon unterwegs?

Wir haben für zwei Lehr­ver­an­stal­tun­gen Videos im mp4-Format produziert. Die Videos sind in Moodle eingestellt und können von den Studierenden auf das Mobiltelefon oder ihren PC heruntergeladen werden. Basis für die Videos ist eine qualitativ hochwertige Powerpoint-Präsentation, die wir bereits für alle Lehr­ver­an­stal­tun­gen haben und ständig aktualisieren.

Die Videos habe ich alle im Büro, das heißt im „stillen Kämmerlein“, erstellt, so dass praktisch keine Neben­geräusche vorhanden sind. Außerdem wurden sie nachträglich geschnitten, so dass alle „Ähs“ entfernt wurden. Das Abspielen der Videos beansprucht etwa ein Drittel der Zeit, die für die Lehr­ver­an­stal­tun­gen im Hörsaal benötigt wird. Langsamer anschauen und zurücklaufen lassen geht immer, schneller jedoch nicht.

Welche Vorteile haben die Videos?

Der Vorteil der vorproduzierten Videos liegt darin, dass sie nach dem Download keine Kapazitäten seitens Server, Internet o. ä. benötigen und zudem zeit- und ortsunabhängig genutzt werden können. Es ist aus unserer Sicht auch nicht sicher, dass große Studierendenzahlen – etwa mehr als 200 Teilnehmende – mittels Webex betreut werden können. Eine Durchführung von Online-Vorlesungen und -Übungen mit den gleichen Inhalten bringt damit keinen Mehrwert mehr. Im Moment planen wir deshalb, die regulär für die Lehr­ver­an­stal­tun­gen angesetzte Zeit anders zu nutzen, beispielsweise für Online-Diskussionen, Foren und ähnliches. Hieran arbeiten wir noch.

Digitale Lehre hat also Grenzen?

Auf jeden Fall. Experimente im Labor sind nicht zu ersetzen oder wie der Fußballer sagt: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Ein Beispiel: Im Fachlabor Antriebstechnik sollen die Studierenden nicht nur Versuche durchführen und hierbei die Versuchsdaten erfassen. Es gehört auch dazu, sich die Hände etwas schmutzig zu machen. Praktische Tätigkeiten können nun mal leider nicht online durchgeführt werden.

 

Zur Person
Prof. Bernd Künne arbeitet seit 26 Jahren an der TU Dort­mund. Schwerpunkt seiner Arbeit in der Lehre sind die Gebiete Maschinen­ele­mente, Technisches Zeichnen, CAD und Konstruktionssystematik. In der For­schung liegt der Schwerpunkt in der Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren. Bereits drei Jahre nach Beginn seiner Tätigkeit an der TU Dort­mund wurde er im Jahr 1996 mit dem Lehrpreis der Uni­ver­si­tät aus­ge­zeich­net. Weiterhin erhielt er mehrfach den „Lehrer-Lempel-Preis“ der Fachschaften Maschinen­bau und LogWing für her­vor­rag­ende Lehre.